
Kefir selber machen ist einfacher, als viele denken. Mit wenigen Zutaten kannst du zu Hause ein fermentiertes Getränk herstellen, das seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen geschätzt wird. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Milchkefir selbst ansetzt.
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Typische Situation
Viele Menschen achten grundsätzlich auf ihre Gesundheit. Sie versuchen, sich ausgewogen zu ernähren, ausreichend zu schlafen und Stress zu reduzieren. Trotzdem berichten viele über wiederkehrende Erkältungen, ein schwankendes Energielevel oder eine Verdauung, die nicht immer ganz stabil wirkt.
In ärztlichen Untersuchungen zeigen sich häufig einzelne Werte im Normbereich. Gleichzeitig bleibt manchmal das Gefühl bestehen, dass das eigene Wohlbefinden noch stabiler sein könnte.
In solchen Situationen lohnt sich ein Blick auf Zusammenhänge im Lebensstil. Ernährung, Darmgesundheit, Immunsystem und Stressbelastung stehen in engem Austausch miteinander.
Ein Bereich, der in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erhält, ist die Rolle fermentierter Lebensmittel in der Ernährung.
Ein klassisches Beispiel dafür ist Kefir. Das Tolle daran ist, dass jeder Kefir selber machen kann.
In diesem Artikel erfährst du, was Kefir ist, welche möglichen gesundheitlichen Vorteile er haben kann und wie du ihn Schritt für Schritt selbst herstellen kannst.

Was ist Kefir?
Kefir ist ein traditionelles fermentiertes Milchgetränk, dessen Ursprung im Kaukasus vermutet wird. Für die Herstellung werden sogenannte Kefirknollen verwendet – eine natürliche Gemeinschaft aus Mikroorganismen, vor allem Milchsäurebakterien und Hefen.
Während der Fermentation wandeln diese Mikroorganismen Bestandteile der Milch um. Dabei entstehen unter anderem:
- organische Säuren
- verschiedene Enzyme (z. B. β-Galactosidase, ein Enzym zur Spaltung von Milchzucker)
- probiotische Mikroorganismen wie Lactobacillus kefiri oder Lactococcus lactis
- kleine Mengen Kohlensäure und natürliche Aromastoffe, die Kefir seinen leicht prickelnden, frischen Geschmack verleihen
Durch den Stoffwechsel der Mikroorganismen verändert sich nicht nur die Struktur der Milch. Während der Fermentation werden auch einige Nährstoffe teilweise aufgeschlossen oder neu gebildet. Dazu gehören unter anderem:
- bestimmte B-Vitamine, insbesondere Vitamin B12, B2 (Riboflavin) und Folsäure
- bioaktive Peptide, die beim Abbau von Milcheiweiß entstehen
- leichter verfügbare Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium
Gleichzeitig wird ein Teil des Milchzuckers (Laktose) von den Mikroorganismen abgebaut. Dadurch enthält Kefir meist weniger Laktose als normale Milch.
Durch diese Veränderungen empfinden viele Menschen Kefir als bekömmlicher und leichter verdaulich als unbehandelte Milch.
Kefir gehört damit zu einer Gruppe von Lebensmitteln, die in vielen traditionellen Ernährungssystemen vorkommen: fermentierte Lebensmittel.
Warum Kefir gesund sein kann
Der menschliche Darm beherbergt eine große Vielfalt an Mikroorganismen. Dieses komplexe System wird häufig als Darmmikrobiom bezeichnet.
Das Mikrobiom erfüllt verschiedene Funktionen, zum Beispiel:
- Unterstützung der Verdauung
- Beteiligung an Stoffwechselprozessen
- Wechselwirkungen mit dem Immunsystem
Viele dieser Zusammenhänge werden derzeit intensiv wissenschaftlich untersucht.
Ein hilfreiches Bild ist der Vergleich mit einem Garten:
Je vielfältiger die Pflanzen in einem Garten sind, desto stabiler ist das gesamte System. Ähnlich kann auch eine vielfältige Darmflora zur Stabilität des Systems beitragen.
Fermentierte Lebensmittel können zur mikrobiellen Vielfalt in der Ernährung beitragen, da sie natürliche Mikroorganismen und Fermentationsprodukte enthalten.
Dabei gilt jedoch immer: Ernährung ist nur ein Baustein von Gesundheit. Schlaf, Bewegung, Stressregulation und individuelle medizinische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Kefir selber machen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ein Vorteil von Kefir ist, dass er sich mit wenigen Zutaten zu Hause herstellen lässt.

Zutaten
Für die Zubereitung benötigst du:
- 1–2 Esslöffel Milchkefirknollen
- etwa 500 ml Milch
- ein Glasgefäß
- ein feines Kunststoff-Sieb
- einen Kunststoff-Löffel
Du möchtest Kefir selber machen und hast noch keine Kefirknollen oder geeigneten Gefäße? Hier habe ich eine kleine Übersicht mit Produkten zusammengestellt, die häufig für die Kefirherstellung verwendet werden.
→ Zur Übersicht der Kefir-Grundausstattung
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Kefir ansetzen
- Kefirknollen in das Glas geben
- Milch hinzufügen
- Das Glas locker abdecken (z. B. mit einem Tuch)
Die Mikroorganismen beginnen nun mit der Fermentation.

Fermentationszeit
Die Fermentation erfolgt meist über etwa 24 Stunden bei Raumtemperatur.
Während dieser Zeit:
- wird die Milch cremiger
- der Geschmack leicht säuerlich
- Mikroorganismen vermehren sich
Die genaue Dauer kann je nach Temperatur und Menge der Kefirknollen variieren.

Kefir abseihen
Nach der Fermentation wird der Kefir durch ein Sieb gegossen.
Dabei:
- wird das fertige Getränk aufgefangen
- die Kefirknollen bleiben im Sieb zurück
Diese können anschließend direkt wieder mit frischer Milch angesetzt werden.
So entsteht ein fortlaufender Fermentationsprozess. Und so leicht geht Kefir selber machen!
Häufige Fehler beim Kefir selber machen
Gerade am Anfang können kleine Unsicherheiten entstehen.
Zu lange Fermentation
Der Kefir kann sehr sauer werden oder sich stärker trennen.
Zu niedrige Temperatur
Bei kühleren Temperaturen verlangsamt sich die Fermentation.
Ungeeignete Gefäße und Utensilien
Glasgefäße werden meist bevorzugt, da sie geschmacksneutral sind. Zudem können die Kefir-Knollen ungünstig auf Metall reagieren, daher sind Kunststoff-Löffel und Kunststoff-Siebe besser geeignet.
Unregelmäßige Nutzung der Kefirknollen
Kefirkulturen bleiben aktiver, wenn sie regelmäßig verwendet werden.
Mein persönlicher Tipp
Kefir selber machen gehört bei uns inzwischen zur täglichen Routine.
Zu Beginn habe ich mich zunächst mit Wasserkefir beschäftigt. Im Alltag empfand ich die Zubereitung jedoch als etwas aufwendiger und der Geschmack war für uns häufig recht süß.
Erst während meiner Ausbildung im Bereich Gesundheitscoaching habe ich mich intensiver mit fermentierten Lebensmitteln und Darmgesundheit beschäftigt. Dabei wurde mir noch einmal bewusst, welche Rolle Ernährung langfristig für Prävention und Wohlbefinden spielen kann.
Seitdem stellen wir regelmäßig Milchkefir selbst her.
Wir trinken ihn häufig pur oder verwenden ihn morgens als Basis für Frucht-Smoothies, die auch bei den Kindern gut ankommen.

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Was du selbst beobachten kannst
Wenn neue Lebensmittel in den Alltag integriert werden, lohnt es sich, den eigenen Körper aufmerksam zu beobachten.
Manche Menschen berichten nach einiger Zeit über Veränderungen wie:
- eine stabilere Verdauung
- ein ausgeglicheneres Energiegefühl
- ein verbessertes allgemeines Wohlbefinden
Solche Erfahrungen können individuell unterschiedlich sein und entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum.
Wann ärztliche Rücksprache sinnvoll ist
Bei bestimmten gesundheitlichen Situationen kann es sinnvoll sein, Veränderungen in der Ernährung mit medizinischem Fachpersonal abzustimmen.
Zum Beispiel bei:
- chronischen Darmerkrankungen
- stark geschwächtem Immunsystem
- bekannten Unverträglichkeiten gegenüber fermentierten Lebensmitteln
- Histaminintoleranz
Eine individuelle medizinische Beratung kann helfen, Ernährungsempfehlungen passend zur persönlichen Situation einzuordnen.
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Häufige Fragen zu Kefir
Wie viel Kefir sollte man täglich trinken?
Viele Menschen trinken etwa 100–250 ml pro Tag. Die individuelle Verträglichkeit kann jedoch unterschiedlich sein.
Ist Kefir laktosefrei?
Während der Fermentation wird ein Teil der Laktose abgebaut. Dennoch enthält Kefir meist noch geringe Mengen.
Wie lange ist selbstgemachter Kefir haltbar?
Im Kühlschrank etwa 2–3 Tage.
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Quellen
Die folgenden wissenschaftlichen Studien geben einen Überblick über aktuelle Forschung zu fermentierten Lebensmitteln und Probiotika.
Marco ML et al. (2021)
Fermented foods, the gut microbiome, and health
Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology
Wastyk HC et al. (2021)
Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status
Cell
Hill C et al. (2014)
Expert consensus document on probiotics
Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology
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